Die Kirchenimker

Das Frühjahr und der Frühsommer ist für en Imker eine aufregende Zeit. Ende Januar, Anfang Februar findet die erste Inspektion des Bienenstandes statt.

  • Wie sind die Völker aus dem Winter gekommen?
  • War die Varroa-Behandlung im Herbst erfolgreich?
  • Lebt die Königin noch, und hat sie schon gestiftet (Eier gelegt)?
  • Ist noch genug Futter vorhanden?

Notfalls muss nachgefüttert werden. Mit Beginn der Saalweidenblüte explodiert das Leben am Bienenstand. Die Flugbienen kommen schwer bepackt mit Blütenpollen zurück. Zu erkennen ist das an den gelben Pollenhöschen. In einem aufwendigen Produktionsprozess wird aus den Pollen Wachs hergestellt, der zum verdeckeln der Brut- und Honigwaben und zum Bau von Mittelwänden benötigt wird.
Die Winterbienen verlassen nach und nach den Stock und sterben, sie werden durch junge, diesjährig geschlüpfte Bienen ersetzt. Während dieser Zeit geht die Königin vermehrt in die Eiablage (in Hochzeiten bis zu 2.000 Eier pro Tag). Andere Bienen sorgen für die Pflege der Brutwaben, für die Fütterung der Brut, für das Verdeckeln der Brutwaben und für die Säuberung des Bienenstocks. Wie man sieht, ein fein abgestimmtes System. Die Sorge des Imkers gilt dem Futtervorrat, weil noch kein Nektar eingetragen werden kann und um den ausreichenden Platz für die Eiablage. Die gebildeten Ableger des Vorjahres bekommen eine zweite Brutzarge mit den entsprechenden Mittelwänden, Platz für ein starkes Bienenvolk.
Mit Beginn der Kirschblüte wird es erst richtig spannend für den Imker. Jetzt beginnen die Bienen, Nektar, das heißt Tracht einzutragen, und immer mehr Bienen bevölkern den Bienenstock; und die wollen mit Arbeit ausgelastet werden. Ein Baurahmen wird eingehängt, also ein Rähmchen ohne Mittelwand. Die Bienen werden das Rähmchen als Drohnenbrutwabe ausbauen. Die Königin legt in diese Waben unbefruchtete Eier, aus denen die Drohnen (männliche Bienen) schlüpfen. Diese Maßnahme dient gleichzeitig der Varroa-Prophylaxe, denn die Varroa-Milben legen bevorzugt ihre Eier in die Drohnenbrut. Nachdem die Waben verdeckelt sind, werden sie geschnitten, d.h. die ausgebaute und bebrütete Mittelwand wird herausgeschnitten und vernichtet. Dies dient als Vorsorge gegen den Milbenbefall.
Der Honigraum wird aufgesetzt, also eine Zarge mit sauberen Mittelwänden, der durch ein Absperrgitter vom Brutraum getrennt ist. Die gesammelte Tracht wird in einem aufwändigen Prozess im Stock zu Honig verarbeitet, der in die Waben eingelagert wird.
Ich hätte nie gedacht, dass Imkerei so abwechslungsreich und interessant ist. Wir, die „Kirchenimker“, laden ein, sich uns anzuschließen, um in die Welt der Imkerei einzutauchen. Bei einem Schnuppernachmittag ist Gelegenheit, einen Einblick in die Imkerei zu erleben. Nähere Auskünfte über Ort und Termin bei Pfarrer Arne Stolorz.
Karl-Heinz Schluckebier