Jahresbericht der Kirchengemeinde 2019

Jahresbericht 2019
der
Ev. Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel

Ein bewegtes Jahr ist für die Ev. Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel zu Ende gegangen, gekennzeichnet von lebendigen Veranstaltungen in der Kirchengemeinde und darüber hinaus, dem Prozess der Leitbildentwicklung, in den sich viele Gemeindegruppen und Ehrenamtliche und Hauptamtliche konstruktiv einbrachten, der Spendenakquise für die sanierungsbedürftige Zwiebelturmkirche, wegweisenden politischen Akzenten in Sachen Flüchtlingsarbeit und Umweltfragen und den bevorstehenden Kirchenwahlen und weiterer Personalfragen.

Ein Beispiel von vielen: Sprockhövel auf dem Kirchentag

Die Ev. Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel war auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund gut vertreten. Im Vorfeld wurden 60 Tagestickets verkauft, ca. 40 Dauerkartenteilnehmer kamen hinzu. 20 Jugendliche haben in einem Gymnasium in Dortmund von Mittwoch bis Sonntag übernachtet, und einige Jugendliche waren auch bei der Betreuung der Schule beteiligt, haben die Schlafgäste morgens mit Frühstück beglückt und abends mit kleinen Snacks überrascht.

Großen Einsatz zeigten die Sprockhöveler*innen am Abend der Begegnung:
Auf der Verpflegungsmeile in der Kampstraße versorgten die Bruzzelbrüder die Kirchentagsbesucher mit leckeren Bratkartoffeln, und einer der zehn Mitmach-Stände des Kirchenkreises wurde vom mittendrin-Team unter dem Motto: „Glückauf und Halleluja“ bespielt. Wichtige Akteure des Kirchentages waren auch die fünf Sprockhöveler Jungs von Blue House, die insgesamt vier Konzerte gaben und nicht nur von den Jugendlichen enthusiastisch gefeiert wurden.

Aus Sprockhövel waren auch einige Begeisterte beim großen Chormusical „Martin Luther King“ in der Westfalenhalle dabei. Und ein ganz kleiner Chor mit einer weiten Anreise setzte ebenfalls Akzente und lernte neben den Auftrittsorten in Dortmund auch Sprockhövel kennen, denn die Delegation aus Ruanda repräsentiert die neue Partnerschaft des Kirchenkreises Hattingen-Witten mit Gisenyi. Die Mitglieder des Chores übernachteten bei Gastgebern der Kirchengemeinde in Bredenscheid und Sprockhövel. Kirchenmusiker Dani Simanjuntak betreute die Sängerinnen und Sänger und organisierte am Vorabend des Kirchentages in der Zwiebelturmkirche ein sehr berührendes Konzert mit dem Bredenscheider Chor 98.1.

Neue Akzente in der Ökumene

Während die ökumenische Zusammenarbeit in Bredenscheid schon lange vorbildlich ist, tat sich diese in Sprockhövel bislang schwer. Dies änderte sich, seit im Berichtsjahr der neue Gemeinderat St. Januarius gewählt wurde. Der ökumenische Arbeitskreis hat neuen Schwung bekommen, die beiden Leitungsgremien der Kirchengemeinden trafen sich, um sich kennenzulernen, und überlegten neue Wege der Zusammenarbeit, denen lediglich durch kirchenrechtliche Fragen und der ihrer Repräsentanten noch Grenzen gesetzt sind, und mehrere Veranstaltungen fanden im ökumenischen Einvernehmen statt. Weitere Absprachen zur Zusammenarbeit anlässlich des Stadtjubiläums im Jahr 2020 und zur Ausrichtung eines gemeinsamen Sommerfestes lassen hoffen.

Leitbild und Logo

Der in 2018 angestoßene Prozess zur Entwicklung eines Leitbildes und eines daran anknüpfenden Logos konnte im Berichtsjahr fortgesetzt und vorläufig abgeschlossen werden. Das Leitbild der Kirchengemeinde mit seinen auch provozierenden Formulierungen sorgte für spannende und teils auch kontroverse Diskussionen zum Wesen der Kirche und zu Schwerpunkten der Gemeindearbeit und wird die Gemeinde auch in den kommenden Jahren weiter beschäftigen. Es mündete in ein Logo, für das das Presbyterium Entwürfe in der Gemeinde engagierter Grafikerinnen und Grafiker erbat. Den Zuschlag erhielt Ralph Tews, der schon lange ehrenamtlich den Gemeindebrief „Augenblick!“ mitgestaltet und dessen Logo alle überzeugte.

Inzwischen findet es sich auf sämtlichem Schriftverkehr der Gemeinde und hat in der Gemeinde großen Anklang gefunden.

Spenden für die Zwiebelturmkirche

Leider mussten die anstehenden Sanierungsarbeiten für die sanierungsbedürftige Zwiebelturmkirche auf das Frühjahr 2020 verlegt werden, da Genehmigungen auf sich warten ließen und ein erfolgversprechender Stiftungsantrag an das Land NRW nur vor Baubeginn bewilligt werden kann.
Inzwischen liefen die Bemühungen um Spendenmittel weiter, angestoßen durch den Fundraisingausschuss der Gemeinde, der durch die Fundraisingbeauftragte des Kirchenkreises kompetente und hilfreiche Begleitung erfuhr. Es wurde ein „Freundeskreis der Kirche“ gegründet, an dem sich viele Gemeindeglieder mit regelmäßigen Zahlungen beteiligen; und ein „Mailing“ an alle über 55-jährigen Gemeindeglieder überstieg das erwartete Spendenaufkommen deutlich.
Die Finanzierung des 1. Bauabschnitts konnte durch ein Spendenaufkommen von mittlerweile fast 250.000 € gesichert werden, darunter eine großzügige Einzelspende in Höhe von 100.000 €.
Doch während die Einrüstung des Kirchendaches noch auf sich warten lässt, wird bereits fleißig weitergesammelt für den 2. Bauabschnitt, die Innensanierung.
Im Herbst 2019 ist die Schirmherrin der Kirchensanierung Gemeindeglied Mathilde Mange mit 113 Jahren als ältester Mensch Deutschlands friedlich entschlafen.

Politische Akzente

Stark engagiert war die Gemeinde in der Flüchtlingsarbeit. Das Flüchtlingscafé feierte sein vierjähriges Bestehen, und eine junge Frau aus Eritrea wechselte das Kirchenasyl von Rüdinghausen nach Sprockhövel und wohnte in den Gemeinderäumen fast ein halbes Jahr unter hilfreicher Begleitung verschiedener Gemeindeglieder.
Der Umweltausschuss hegte und pflegte nicht nur den „Garten Eden“ und imkerte fleißig Bienenhonig, sondern organisierte auch mehrere Veranstaltungen mit umweltpolitischem Akzent. Herausragend war hier der Vortrag von Dr. Benjamin Bembé vom Institut für Evolutionsbiologie;
freie Universität Herdecke und Garten- und Landschaftsarchitektin Dorothea Schulte zum Thema „Insektensterben“ mit starker Resonanz, der in 2020 eine Fortsetzung finden wird. Bemerkenswert war auch eine weitere Veranstaltung des Grünen Hahns zur Diskussion mit MdB Ralf Kapschack über die Einlösung der vor der Bundestagswahl gemachten Wahlkampfversprechen in Folge einer Podiumsdiskussion anlässlich der Wahl mit den Wahlkreiskandidaten im Jahr 2017. Kapschack war der einzige der damals eingeladenen Politiker, der es tatsächlich in den Bundestag geschafft hat.

Und am Weltkindertag machten sich die Grundschule und der kath. Kindergarten auf den Weg, um vor der Kirche die Erwachsenen zu mahnen: „Keine Plastiktüten und –flaschen! Keine Flugreisen! Keine schweren Autos! Wir alle sind verantwortlich dafür, Gottes Schöpfung zu bewahren“ und wurden vom Pfarrer herzlich empfangen.

Personalfragen

Ende des Jahres schieden zwei langjährige engagierte Hauptamtliche aus der Gemeindearbeit aus.
Jugendreferentin Verena Rauser ging in Mutterschutz; mit Robin Breßgott konnte ein schon viele Jahre bewährter ehemaliger Mitarbeiter in der Jugendarbeit mit entsprechenden beruflichen Qualifikationen als ihr Nachfolger gewonnen werden und hat sich inzwischen sehr gut einarbeitet.
Gemeindesekretärin Anke Arnold orientierte sich beruflich neu. Hier kam es zu einer öffentlichen Ausschreibung der Stelle. Bei ca. 60 Bewerbungen fiel die Wahl schwer, war aber sicherlich mit Claudia Vogel, die sich mit ihrem neuen Arbeitsgebiet bereits vertraut gemacht hat, genau die richtige.

Zuwachs bekam die Gemeinde auch durch Gaby Schäfer, die im November ihre Prädikantenausbildung erfolgreich absolvierte, sich stark in der Besuchsdienstarbeit der Gemeinde einbringt und derzeit eine Ausbildung als Gemeindeschwester macht.

Während der letzten Monate im Gemeindeleben 2019 stand auch immer wieder die anstehenden Kirchenwahl am 01.03.2020 im Mittelpunkt. Während der Gemeindebezirk Bredenscheid mit drei Kandidatinnen und Kandidaten bei vier Stellen unterbesetzt bleibt, bewerben sich in Sprockhövel zwölf Gemeindeglieder auf acht Stellen.

Arne Stolorz, Vorsitzender des Presbyteriums, im Januar 2020
Beschlossen vom Presbyterium am 17.02.2020