Zifferblatt der Kirchturmuhr gerät während der Krippenausstellung „unter den Hammer“

Die Evangelische Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel versteigert eins der wertvollen alten Zifferblätter der Kirchenuhr, die im vergangenen Jahr erneuert wurden, zugunsten der Kirchensanierung.
Bislang ging die Kirchengemeinde davon aus, dass diese Zifferblätter aus den 60er Jahren stammen. Nun konnte nachgewiesen werden, dass es sich tatsächlich um die ursprünglichen Zifferblätter aus der Zeit des Baus des Zwiebelturms von 1891 handelt, was ihren Wert ungleich erhöht.
Das 40 bis 50 kg schwere Zifferblatt hat einen Durchmesser von 1,26 m und ist aus Zinkblech mit Eisenring und Goldauflage. Es könnte hervorragend als schwerer Wandschmuck verwendet werden oder zu einem Beistell- oder Wohnzimmertisch verarbeitet werden.Vor allem aber ist es ein wunderschöner Ausdruck Sprockhöveler Identität. Im Rahmen der Krippenausstellung am 2. Adventwochenende kommt das Zifferblatt am Samstag, 9. Dezember, „unter den Hammer“.
Um 17.00 Uhr ist traditioneller Barbaragottesdienst mit Pfarrer i.R. Manfred Jacob und den Bergknappen in der Kirche. Danach (ca. 18.00 Uhr) werden 33 original Jubiläumskrüge St. Barbara der letzten 33 Jahre von der polnischen Bergbauakademie AGH in Krakau von der ehemaligen Stadtführerin Inge Haack durch Ulrich Pätzold-Jäger zugunsten der Kirchensanierung in der Kirche versteigert.Im Anschluss daran erfolgt die Versteigerung des Zifferblattes. Das Mindestgebot liegt bei 500 Euro, aber die Verantwortlichen rechnen mit einem deutlich vierstelligen Betrag.
Wer mitbieten will, muss das Geld nicht dabei haben. Das Geld kann nach der Ersteigerung überwiesen und das Zifferblatt zu einem späteren Zeitpunkt abgeholt werden. Im Bild: Die beiden ausrangierten Zifferblätter der Zwiebelturmkirche von 1891. Das schlechter erhaltene (im Bild rechts) wird am 9. Dezember in der Kirche versteigert. Das besser erhaltene muss aus denkmalrechtlichen Gründen im Besitz der Kirchengemeinde bleiben.
Vermerk:
Alte Zifferblätter der Turmuhr
 Lt. Rechnung der Firma Krancher in Bochum vom 26.April 1891 wurde eine Turmuhr mit 4 Zifferblättern für 1.145 Mark geliefert. Das verzinkte Eisenblech wurde weiß deckend, die Ziffern schwarz gestrichen. Auf den vorhandenen Fotos kann dieser Zustand bis 1963 sichtbar nachgewiesen werden.   Gemäß Rechnung der Fa. Meinecke Ennepetal vom 13.12.1966 wurden die Zifferblätter entrostet und 3 x schwarz gestrichen; die Zeiger und Ziffern wurden vergoldet. Fotos nach diesem Zeitraum zeigen den Zustand schwarzer Zifferblätter.   Anlässlich einer Generalüberholung der Uhrenanlage wurden lt. Berechnung der Fa. Greinke, Herdecke, die 4 Zeigerpaare nochmals vergoldet. Zusätzlich wurden die unzureichend befestigten Zifferblätter mit Winkeleisenstücken und Drahtseilen gesichert.  Die aus dem Jahr 1891 stammenden Zifferblätter sind somit über 125 Jahre alt.